Ganzkörper- Elektromyostimulation (WB-EMS) und Kreatinkinase (CK) – Facts over Philosophy

Untersuchungsziel

Speziell nach den ersten (zu) intensiv durchgeführten WB-EMS-Einheiten werden bei Einsteigern unabhängig vom Trainingsstatus oft extrem hohe CK-Werte berichtet. Aufgrund der engen Korrelation der CK mit Myoglobin werden hohe CK-Werte insbesondere bei Vorbelastungen der Niere mit einer fortschreitenden Schädigung oder im Extremfall mit Nierenversagen in Verbindung gebracht. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Auswirkungen einer ausbelasteten WB-EMS-Belastung auf die Kreatinkinase (CK) zu Beginn und Ende einer 10-wöchigen Konditionierungsphase zu evaluieren.

Methodik

27 eligible kraftsportaffine Probanden (31,4±7,6 Jahre; BMI: 23,5±2,3; LBM: 65,3±9,4 kg) ohne vorhergehende WB-EMS-Erfahrung nahmen an der ärztlich begleiteten Untersuchung teil. In der ersten Trainingseinheit (TE) erfolgte eine ausbelastete WB-EMS-Einheit (20 min. bipolar, rechteckig, 85Hz, 350 µs, 8s Strom/2s Entlastung). Basal, unmittelbar nach der TE, sowie in zeitlichen Abständen von 24h (bis 96h) wurde Blut entnommen und direkt analysiert. Im Anschluss erfolgte eine 10-wöchige Trainingsperiode (1TE/Woche) mit vergleichbarer Intensität (Ausbelastung) und gleichem Trainingsprotokoll (s.o.) an deren Ende erneut eine hochintensive WB-EMS-TE und Blutentnahme (s.o.) anstanden.

Ergebnisse

Nach der initialen WB-EMS-TE zeigte sich ein hochsignifikanter Anstieg der CK um das über 100 fache (basal:245±171 auf 27531±33378 U/l) mit Peak zwischen 72h und 96h. Nach der 10-wöchigen Konditionierungsphase verringerte sich diese WB-EMS spezifische Auslenkung der CK hochsignifikant auf Konzentrationen im Bereich konventioneller Trainingsformen (basal: 299±19 auf Peak 918±479 U/l).

Fazit

CK zeigt bei missbräuchlicher, also initial maximaler Trainingsintensität, drastische Erhöhung der Serumkonzentration, die zumindest mit einer erhöhten Nierenbelastung einhergehen. Eine 10-wöchige WB-EMS-Applikation zu CK-Werten im Bereich konventionellen Muskeltrainings. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit WB-EMS muss daher eine behutsame Steigerung der Belastung, ausgehend von einer initial submaximalen Intensität der Belastung einschließen.

(TESCHLER M., VON STENGEL S., BEBENEK M., KEMMLER W., IMP Erlangen 2015).