Einfluss eines adjuvanten EMS-Trainings auf Körperzusammensetzung und kardiale Risikofaktoren bei älteren Männern mit Metabolischem Syndrom

Untersuchungsziel

Sarkopenie und (abdominale) Adipositas stehen mit Mortalität, Multimorbidität und Gebrechlichkeit („fraility“) des älteren Menschen in enger Verbindung.

Inwieweit ein Ganzlörper-Elektromyostimulations-(WB-EMS)-Training Einfluss auf Körperzusammensetzung und kardiale Risikofaktoren bei älteren Männern mit Metabolischem Syndrom nehmen kann, war Ziel dieser Untersuchung.

Methodik

Insgesamt 28 Männer mit Metabolischem Syndrom gemäß IDF (69,4 +/- 2,8 Jahre) aus der Umgebung von Erlangen wurden nach Randomisierung einer Kontrollgruppe (KG: n = 14) oder einer WB-EMS-Gruppe (n = 14)  zugeteilt. Das 14-wöchige Trainingsregime der WB-EMS sah alle 5 Tage ein 30-minütiges Ausdauer- und Kraftprogramm unter EMS-Applikation vor. Die Kontrollgruppe führte parallel ein Ganzkörpervibrations-Training mit dem Fokus „Steigerung der Beweglichkeit und des Wohlbefindens“ durch. Als primäre Endpunkte wurden die abdominale und Gesamtkörper-Fettmasse sowie die appendikuläre Skelettmuskelmasse (ASMM) ausgewählt. Sekundäre Endpunkte waren Parameter des Metabolischen Syndroms nach IDF (Taillenumfang, Glucose, Triglyzeride, HDL-Cholesterin, systolischer und diastolischer Blutdruck).

Ergebnisse

Die Veränderungen der abdominalen Fettmasse zeigte bei hoher Effektstärke (ES: d´= 1,33) signifikante Unterschiede (p = 0,004) zwischen WB-EMS und KG (-252 +/- 196 g, p = 0,001 vs. -34+/-103 g, p= 0,330). Parallel dazu verringerte sich in der WB-EMS-Gruppe das Gesamtkörperfett um -1350+/-876 g (p= 0,001) und in der KG um -291+/-850 g (p=0,307) (Unterschied: p= 0,008, ES: d´= 1,23). Die ASMM zeigte ebenfalls signifikante Unterschiede (p = 0,024, ES: d´= 0,97) zwischen EMS-Gruppe und Vibrations-Kontrollgruppe (249+/-444 g, p = 0,066 vs. -298+/-638 g, p=,173). Mit der Ausnahme eines signifikanten Zwischengruppenunterschiedes (p = 0,023, ES: d´= 1,10) für den Taillenumfang (EMS: -5,2+/-1,8 cm, p= 0,001 vs. KG: -3,3+/-2,9 cm, p = 0,006) zeigten sich für die Parameter des Metabolischen Syndroms (s.o.) keine weiteren Effekte.

Fazit

Ein Ganzkörper-EMS-Training zeigt bei geringem Trainingsvolumen (ca. 45 min/Woche) und kurzer Interventionsdauer (14 Wochen) signifikante Effekte auf die Zusammensetzung älterer Menschen. Bei Menschen mit geringer kardialer und orthopädischer Belastbarkeit könnte somit WB-EMS eine entsprechende Alternative zu konventionellen Trainingsprogrammen sein.