WB-EMS-Training und cardiometabolisches Risiko bei Frauen 70+. Vorläufige Daten der FORMOsA-Studie

Untersuchungsziel

Das Metabolische Syndrom (MetS) stellt einen zentralen Risikocluster für cardiometabolische Erkrankungen dar. Definiert gemäß der NCEP-ATP III Kriterien (2009) umfasst das MetS die klinischen Parametern HDL-C, Triglyceride, Nüchternglucose, mittlerer arterieller Blutdruck (MAP) und Taillenumfang. Gegenstand dieses Beitrags ist inwieweit die zeiteffektive alternative Trainingstechnologie der Ganzkörper- Elektromyostimulation (WB-EMS), positive Effekte auf das MetS zeigt.

Methodik

75 weibliche, selbständig lebende Frauen 70+ mit einer Sarcopenic Obesity wurden randomisiert drei überwachten Studienarmen zugelost. Die Trainingsgruppen führten ein 6-monatiges Ganzkörper-Elektromyostimulations (WB-EMS-Training) 1x20min/Woche (bipolar, 85Hz, 350ms, intermittierend 4s Strom-4s Strompause) mit (WB-EMS+P) und ohne (WB-EMS) adjuvante Proteingabe (0.33g/kg/Körpergewicht) durch, die KG wurde angehalten ihren Lebensstil stabil zu halten. Vor und nach der Trainingsphase wurden relevanten MetS-Parameter erhoben. Zur intervallskalierten Analyse des MetS wurde ein Z-Score berechnet, bei dem die individuellen Teilnehmerdaten, mit den cut-off Werten des MetS und der Standardabweichung (SD) der Gruppe in Beziehung gesetzt wurde: [(50-HDL)/SD HDL] + [Triglyzeride- 150)/SD Triglyzeride] + [(Nüchternglucose- 100)/SD Glucose] + [Taillenumfang-88/SD Taillenumfang] + [(MAP-100)/SD MAP].

Ergebnisse

Beide Trainingsgruppen zeigten bei vergleichbarer Anwesenheitsrate (WB-EMS+Protein:88% vs. WB-EMS:89%) ähnlich günstige Effekte auf den MetS-Z-Score (WB-EMS+Protein:-0,89 ± 1,1 vs. WB-EMS:-0,46 ± 1,1; p=.49). Der Zwischengruppeneffekt (p=.009) beruht auch auf dem negativen Trends der KG (+0,28 ± 1,3). Im Detail unterscheiden sich WB-EMS+P und KG signifikant (p=.009), bei EMS vs. KG liegt keine Signifikanz vor (p=.150). In beiden Trainingsgruppen erklärt sich die Verbesserung des Z-Scores insbesondere über signifikante Veränderungen des MAP und Bauchumfangs weniger über die Laborparameter.

Fazit

Neben seiner Zeiteffizienz und gelenkschonenden Durchführung, präsentiert sich WB-EMS als effektive Methode zur Reduktion von Risikofaktoren des MetS bei diesem Kollektiv vulnerabler Damen 70plus.

(TESCHLER M., WEISSENFELS A., VON STENGEL S., BEBENEK M., KEMMLER W., IMP Erlangen 2016).